Frauenquote

"Die" Quote gibt es nicht. Aber viele Bereiche, in denen Quotenregelungen - immer unter Berücksichtigung von Qualifikation und Einzelfällen - gesetzlich vorgeschrieben sind. Gleichstellungsgesetze in den Bundesländern und Kommunen oder Frauenförderrichtlinien innerhalb von Organisationen wie Hochschulen führen dazu, dass in Bewerbungsverfahren in der öffentlichen Verwaltung Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt werden sollen. Auch viele Parteien haben sich selbst verpflichtet, beispielsweise durch Quotierung von Wahllisten den Frauenanteil bei Mandaten und Gremien zu erhöhen. Für die Wahl von Betriebsräten wiederum gibt es eine gesetzliche Quotenregelung.

© Mushy  / www.fotolia.de
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Für die Privatwirtschaft wurde am 6.3.2015 das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst verabschiedet. Was Frauenförderung anbelangt gilt gerade für kleinere Unternehmen jedoch immer noch weitgehend der Grundsatz der Freiwilligkeit. Nur sehr wenige Unternehmen haben bislang Frauenquoten eingeführt. Dies gerät mehr und mehr in die Kritik, da verschiedene Evaluationen zeigen, dass die freiwillige Selbstverpflichtung keinen nennenswerten Veränderungen bewirkt. Daher ist auch eines der Hauptargumente pro Quote, dass sich ohne verbindliche gesetzliche Regelungen der Frauenanteils in Führungs- und Entscheidungspositionen nicht oder zu langsam verändern wird. 

Widerstände gegen Frauenquote

Manchmal sind Widerstände gegen die Frauenquote ein Abwehrmechanismus gegenüber Gleichstellungspolitik oder Genderpolitiken im Allgemeinen, weil beispielsweise die Notwendigkeit der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen oder deren fehlende Umsetzung gar nicht anerkannt wird. Es gibt aber auch Kritk an Quotenregelungen, die sich gleichzeitig für die Förderung von Gleichstellung ausspricht und tatsächlich auf wichtige Problematiken, die Quoten mit sich bringen, hinweisen. Dazu gehört, dass Quoten nur auf das Geschlecht von Personen fokussieren, statt auf deren Genderkompetenz. Außerdem profitieren meistens nur ganz bestimmte Frauen von Quotenregelungen, nämlich die Frauen, die im Vergleich zu vielen anderen Frauen bereits relativ privilegiert sind, also beispielsweise weiße Frauen, Frauen aus der Mittelschicht oder Frauen mit hohen Bildungsabschlüssen. Diese Kritikpunkte verdeutlichen, dass neben Frauenquoten noch andere Instrumente zur Durchsetzung von Chancengleichheit und Gerechtigkeit umgesetzt werden müssen.